Badische Zeitung vom 10. Juli 2010
Imbisskost für Anspruchsvolle

Frisch gekochte Speisen in einem Imbisswagen? Qualitativ hochwertige Grundprodukte in einem Imbisswagen? Ein täglich wechselndes, frisch zubereitetes Mittagsgericht für 5,20 Euro in einem Imbisswagen? Ein täglich wechselnder Eintopf in einem Imbisswagen? Das gibt’s doch nicht! Gibt es doch und zwar zwischen Waldkirch und Kollnau an der Lange Straße 109. Die so genannte "Imbiss-Station, klein und fein" entstammt der Idee von Mike Bauer, der mit seiner Familie das Hotel-Restaurant "Zum Storchen" in Waldkirch betreibt. "Ich sehe das nicht als Imbissbude, sondern als mobile Küche. Wir wollen alles frisch machen, wenn es irgendwie geht, mit guten Grundprodukten und einer täglich wechselnden Karte", sagt der gut gelaunte Restaurantfachmann, der seit einigen Wochen von Montag bis Freitag, jeweils von 11 bis 15 Uhr, seine gehobene Imbisskost vor dem Areal der Fabrik Sonntag anbietet: "Wir sind so sehr mobil, man kann uns auch mieten!"


IN DER KÜCHE

Der Chef hat das Interieur des Imbisswagens selbst entworfen, und so ist küchentechnisch alles vorhanden, um mit möglichst wenigen und nur hochwertigen vorgefertigten Produkten auszukommen. Mit im Wagen steht Jens Queitsch; der gelernte Koch ist abends Küchenchef im "Rebstock" in Heuweiler.


DIE HERKUNFT DER PRODUKTE

Natürlich gibt es die obligatorische Grillwurst im Krustiweckle oder mit Pommes. Sie stammt vom Landmetzger Ditolve aus Vörstetten und ist "größer als üblich". Auch die Merguezwürste und die Putengrillwürste werden von dort bezogen. Unüblich sind auch die knusprigen Weckle vom Café Schill in Waldkirch, die sich wunderbar von den üblichen Indus-trieteigling-Brötchen unterscheiden. Was wäre ein Imbissstand ohne Currywurst? Diese gibt es in Waldkirch gleich in zwei Versionen "Light" und "Spicy". Auf die Frage, was es mit der Currysauce auf sich habe, wird Bauer plötzlich einsilbig und lächelt: "Das ist mein Geheimnis. Nur so viel: Ich nehme Ketchup, viele frische Tomaten, Honig und spezielle Gewürze. In die Spicy-Variante kommen neben dem Currypulver noch frische Habanero-Schoten."

DIE ZUBEREITUNG

So gibt es täglich das vegetarische Pasta-Gericht "Vegi" mit einer Kräuter-Gemüse-Sauce oder die Pasta "Schwarzwald" mit cremigem Pilzrahm. Der Tageseintopf war bei unserem Besuch ein Reis-Gemüse-Topf mit selbst gemachter, echter Gemüsebrühe sowie Karotten, Lauch, Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl. In der Fleischversion gibt es dazu Hackfleischbällchen in Rinderbrühe. Der täglich wechselnde "Happy Lunch" war Farfalle mit Sahnesauce, frischen Gemüsestückchen und frischen Lachsfiletstreifen oder – ganz schwäbisch – Maultaschen (von Burger ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel) mit selbst gemachtem, badischem Kartoffelsalat. Für seinen badischen Rindfleischsalat nimmt Bauer 1kg Ochsenfleisch aus der Brust und lässt es in einer Brühe mit Karotten, Sellerie, Lauch und Zwiebeln, sowie Salz und Pfeffer 2 ½ Stunden bei 80° ziehen. Dann lässt er das Fleisch langsam abkühlen und schneidet es in 5 cm lange und 1 cm dicke Streifen. Für seine Vinaigrette nimmt er 100 ml Pflanzenöl, 60 ml Essig, 1 TL Senf und 100 ml Gemüsebrühe. Er schneidet eine mittelgroße Zwiebel in dünne Ringe und würfelt zwei Drittel der Ringe anschließend. Die gehackte Zwiebel wird der Vinaigrette zugegeben. Dann werden das Rindfleisch und die Salatsauce miteinander vermengt, und man lässt den Rindfleischsalat noch möglichst lange bei Zimmertemperatur ziehen. Für die Bratkartoffeln brät Bauer 6 mittelgroße gekochte (festkochende) Kartoffeln mit Zwiebeln und Speck in der Pfanne, bis sie rundherum knusprig sind.

AUF DEM TELLER

Frische Kopfsalatblätter bilden die Grundlage, dann kommen die angemachten Rindfleischstückchen auf die Salatblätter. Als Garnitur legt Bauer rote und gelbe Paprikastreifen, nicht ganz hart gekochte Eierscheiben, Radieschenscheiben, Gewürzgurkenfächer und die restlichen Zwiebelringe um den Salat herum.

Anschließend gibt es nochmals etwas Pfeffer aus der Mühle. Wer also mal Lust auf einen zünftigen Mittagstisch an der Imbiss-Station unter freiem Himmel verspürt, sollte sich nach Waldkirch aufmachen. Wer ein leichtes, herrlich frisches Sommergericht zu Hause anrichten möchte, dem sei dieser Rindfleischsalat ans Herz gelegt. Guten Appetit!        Geschrieben von: Christian Hodeige

Das Rezept (vier Portionen):
1 kg Ochsenfleisch aus der Brust, 3 Karotten,
½ Sellerie, 2 Lauchstangen, Salz Pfeffer,
2 – 3 l Wasser

100 ml Pflanzenöl, 150 ml Essig, 100 ml Gemüsebrühe, 1 TL Senf, 1 mittelgroße weiße Zwiebel, 1 gelbe und 1 rote Paprika, 2 Gewürzgurken, 3 Radieschen, 2 nicht ganz hart gekochte Eier, Salz, Pfeffer

6 mittelgroße, festkochende Kartoffeln, 30 g geschnittener Speck, 1 gehackte Zwiebel

»"Imbiss-Station", Lange Straße 109, 79183 Waldkirch, Tel. 07681/4749590.

Badische Zeitung:

Waldkircher Kulturwoche: Musik im Gasthaus "Storchen"

Waldkirch: Das Waldkircher Restaurant "Storchen" brachte sich mit einem Menü, gespickt mit musikalischen Gesangseinlagen aus Oper, Operette und Musical ins Programm der Walkircher Kulturwoche ein. Mit gutem Erfolg: 28 Gäste hatten das verlockende Angebot angenommen, sich ein Abendessen, kombiniert mit Musik, in kultiviertem Rahmen zu gönnen.

Und kultiviert war die Veranstaltung, sowohl was die lukullische wie die musikalische Seite des Abends anging. Küche und Service waren symathisch, der Rahmen entsprechend. Als Künstler konnten das Sängerpaar Hofmann und der Pianist Zsolt Lendvai gewonnen werden. Entsprechend dem Motto: "Kultur an ungewöhnlichen Orten" kam die Idee auf, ein unterhalsames Programm zusammen zu stellen, welches auch zu der Begleitungeines Menüs passt. Gesangsnummern aus der Oper "Carmen von Bizet, aus verschiedenen Operetten und Musicals ergaben erfreuliche musikalische Unterbrechungen, die vor allem durch ihre unaufdringliche Professionalität bestachen. Frauke Hofmann, Mezzosopranistin und hauptberufliche Sängerin, gelang es durch ihre facettenreiche, wandlungsfähige Stimme und mit Hilfe kleinster inszenatorischer Mittel verschiedenste Stimmungen zu schaffen, die Atmosphäre der jeweiligen Werke präsent werden ließen. Beeindruckend ihre Textverständlichkeit, ganz gleich, in welcher Sprache die jeweiligen Partien zu singen waren. Michael Hofmann, (Tenor) agierte als guter Gegenpart.

Der Pianist Zsolt Lendvai, der in Heitersheim lebt, begleitet das Ehepaar seit vielen Jahren. Neben der verlässlichen Begleitung präsentierte er sich mit Stücken von Chopin bis Elton John oder Richard Clyderman als routinierter Pianist, dessen Spiel zeitweise durch den lebhafen Austausch der Gäste zur stimmungsvollen Hintergrundmusik wurde. Mit der Arie "Ich lade gern mir Gäste ein" aus "Die Fledermaus" von Johann Strauß waren Ansatz und Atmosphäre des Abends musikalisch zugespitzt und auf den Punkt gebracht.

Es war nicht das erste Mal, dass das Restaurant "Zum Storchen" zu einer Veranstalltung mit Musik einlud. Die gekonnte Umsetzung durch den neuen Betreiber, die Brüder Bauer und Andrea Gebhard, entsprechend ihrer Philosophie, "Feines auf die Charmante Art zu präsentieren", und der souveräne Auftritt der eingeladenen Musiker waren so erfreulich, dass dieses Konzept auch ohne den aktuellen Anlass einer Kulturwoche weiter verfolgt werden sollte. 

Bericht von Hildegard Karig